Seelsorgeeinheit "Am Limes"

Hussenhofen

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Kirche Hussenhofen
aussen
Kirche Hussenhofen
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 Orgel Betonglasfenster von Gisela Sternstein zum Thema: Herz Jesu, brennender Feuerherd der Liebe
 Namenspatron St. Leonhard
 Gemeindezentrum


Entstehung der Gemeinde 

Wir sind die jüngste Gemeinde unserer Seelsorgeeinheit, denn mit der Urkunde vom 1. Dezember 1964 wurde Hussenhofen von Herlikofen abgetrennt und von Iggingen kamen Zimmern und Hirschmühle dazu. Unser Ort ist aber viel älter, er geht wahrscheinlich auf eine Siedlung an der Römerstraße Gmünd - Aalen zurück. Das Gebiet nordöstlich von Gmünd gehörte nach der Christianisierung im 7. Jahrhundert zu St. Martin in Iggingen und wurde von dort aus seelsorgerisch betreut. Zum ersten Mal wurde „Huzzenhovin“ in einer Schenkungsurkunde zugunsten des Klosters Gotteszell um 1250 erwähnt. Unser Ort blieb in den nächsten Jahrhunderten in dem Spannungsfeld Iggingen, Gmünd und Herlikofen, wobei St. Alban Herlikofen immer mehr an Bedeutung gewann.

In Hussenhofen wurde an der Hauptstraße im Jahr 1304 die St. Leonhardskirche mit 46 Sitzplätzen eingeweiht, es wurden aber in den ersten Jahrhunderten nur Gottesdienste an Kirchweih (10. Sonntag nach Pfingsten) und am St.-Leonhards-Fest (6. November) gefeiert.

Im Jahr 1697 wurde unsere Gemeinde der neu eingerichteten Seelsorgestelle Herlikofen zugeordnet, wo auch die Pfarrregister geführt wurden.

St Alban in Herlikofen wurde aber erst 1832 eine selbstständige Pfarrgemeinde mit der Filiale Hussenhofen. Das bedeutete für die Katholiken aber auch, dass sie fast jeden Sonntag den steilen Kirchweg nach Herlikofen auf sich nehmen mussten. Nach dem Bau einer Schule wurden in der Leonhardskirche auch Schulgottesdienste gefeiert. Da die Einwohnerzahl auf 360 gestiegen war, wurde östlich der alten Kapelle 1913 die neue St. Leonhardskirche (heute evangelische Johanneskirche) gebaut und es fanden danach 17 Sonntagsgottesdienste im Jahr statt. Nachdem eine Stelle für einen Pfarrpensionär geschaffen worden war, besserte sich die Situation der Seelsorge.

Da nach dem II. Weltkrieg die Einwohnerzahl stark anstieg, wurde die Filialkirche viel zu eng. Im April 1962 plante man südlich der Rems eine neue Kirche. Diese große Aufgabe wurde dem Kuraten Paul Bantle übertragen, der am 4.8.1962 sein neues Amt antrat. Durch zahlreiche Bettelpredigten sicherte er die Finanzierung der von den Architekten Sauter und Vogt entworfenen Kirche. Am 30.7.1967 weihte Weihbischof Sedlmeier aus Rottenburg unsere Kirche. Zunächst wurde die Orgel aus der alten Kirche verwendet, bis 1981 die neue Orgel von der Firma Stehle aus Haigerloch eingebaut wurde.

Am Ende des Jahres 1989 gab Pfarrer Paul Bantle bekannt, dass er die Gemeinde verlassen werde und alle freuten sich, als die Presse schon am 19. März 1990 den gebürtigen Bargauer  Johannes Waldenmaier als seinen Nachfolger vorstellte. Am 5. Mai 1990 wurde Pfarrer Bantle in einem festlichen Gottesdienst und einer beeindruckenden Gemeindefeier verabschiedet. Bedingt durch den Priestermangel wurde, nachdem Pfarrer Heckmann im Juli 1990 in den Ruhestand getreten war, für die beiden Pfarrstellen Hussenhofen und Herlikofen nur ein Pfarrer benannt und Herlikofen als Pfarrsitz festgelegt. Am 29.9.1990 wurde Pfarrer Johannes Waldenmaier in Herlikofen und am 30.9.1990 in Hussenhofen eingesetzt.

Da die Zahl der Priester weiter abnahm, wurde von der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum 1. September 2000 die Gründung der Seelsorgeeinheit „Am Limes“ veranlasst, die die Gemeinden St. Alban Herlikofen, St. Leonhard Hussenhofen und St. Martin Iggingen umfasst.

 

 

Zimmern

Die älteste Kirche unserer SE ist die Kapelle Johannes der Täufer in Zimmern, denn sie wurde in den Jahren 1280-1290 erbaut und der zweite Dachstuhl wurde 1411 aufgerichtet. Einzigartig ist die Johannesschüssel im Kircheninnern, sie zeigt einen zweitverwendeten Jesuskopf aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und wurde schon auf der Stauferausstellung gezeigt. Die Wandmalereien stammen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und auch die weitere spätgotische und barocke Ausstattung ist sehenswert. An jedem ersten Donnerstag eines Monats findet ein Gottesdienst statt und zu den beiden Johannesfesten trifft sich die ganze SE. Für eine intensivere Erkundung empfehle ich den 2015 im Einhorn-Verlag erschienenen Bildband Kapelle St. Johannes Baptist zu Zimmern von Günther Dangelmaier, Johannes Paus und Werner Ritzer.

Burgholz

Der Weiler gehörte in der Vergangenheit – wie Zimmern – zeitweilig nach Iggingen oder nach Herlikofen. Eine Dionysius-Kapelle wurde 1349 urkundlich erwähnt, der heilige Bischof Nemesius war der zweite Kirchenpatron. 1667/68 wurde ein Neubau erstellt. Neben einer Maiandacht wird am 19. Dezember das Nemesius-Fest gefeiert. Sehenswert ist das Deckengemälde, das 1919 von dem Kirchenmaler Bauer gemalt wurde und die beiden Bauernhöfe zeigt, über die Maria schützend ihren Mantel ausbreitet.

(Andreas Kucher)